Einheimische
Drogen
TOLLKIRSCHE - Atropa belladonna L.
Standort:
Die Tollkirsche bevorzugt lichte Waldstellen und Waldränder in Bergigen
Gegenden.
Heil- und Wirkstoffe:
Die ganze Pflanze, besonders aber die Blätter und die unreifen und reifen
Beeren enthalten neben vielen anderen, die sehr giftige Alkaloide Hyoscyamin und
Atropin. Der Alkaloidgehalt der Wurzel ist nachts geringer als am Tage. Nur
Vögel sind unempfindlich für Atropin.
Vergiftungserscheinungen:
Quälender Durst, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Pulsverlangsamung, dann
Beschleunigung, Herzklopfen, Kopfweh, schwankender Gang, Sinnestäuschungen,
Krämpfe, plötzlich ausbrechender Wahnsinn, Lähmung, Aufhören der Atmung,
Blaufärbung des Gesichts, Herzzusammenbruch, Tod.
Gegenmittel:
Durch Brechweinstein Erbrechen hervorrufen. Ein Gemisch aus Eibischtee,
Essig und Honig reichlich getrunken und als Klistier eingeführt, fördert rasche
Entleerung der genossenen Beeren.
SCHWARZER NACHTSCHATTEN - S. nigrum L
Standort:
lästiges Gartenunkraut, auch auf Schuttplätzen, auf Wegrändern.
Heil- und Wirkstoffe:
Das Solanin und das Tropein sowohl in den Blättern als auch in den Beeren
vorkommend, sind die beiden wichtigsten. Solanin ist ein sehr starkes
Protoplasmagift. Die Giftigkeit der Pflanze ist sehr von Standort und Sammelzeit
abhängig.
Vergiftungserscheinungen:
Zumeist kalter Schweiß, Gliederzittern, schwere Delirien zeigen den nahen
Tod.
Gegenmittel:
Die bewährtesten sind rasch eingenommene Brechmittel. Nach dem Brechen
Eichenrindentee oder stark eingekochten Wermuttee. Auch Tierkohle wirkt sehr
entgiftend.
STECHAPFEL - Datura stramonium L.
Standort:
Die Pflanze soll aus Indien stammen und durch Zigeuner nach Europa eingeschleppt worden sein. Wächst meist einzeln auf Schuttplätzen, Ödland, vereinzelt auch in Garten.
Der Stechapfel bevorzugt stickstoffreiche Böden, der Alkaloidgehalt
erhöht sich merklich, wenn die Pflanze mit menschlichen Fäkalien gedüngt wird,
sinkt dagegen bei Rinder- oder Pferde-dünger. Lupine als Nachbarpflanze löst ein
Steigen und Pfefferminze ein Absinken des Alkaloidgehalts aus.
Heil- und Wirkstoffe:
Sowohl die Blätter als auch die reifen Samen enthalten die drei sehr
giftige Alkaloide Hyos-cyamin, Atropin und Scopolamin
Vergiftungserscheinungen:
Übelkeit, Schlafsucht, Sinnesverwirrung, Erbrechen, Zittern der Glieder,
Schwäche, asthma-tische Anfälle und schließlich Herzstillstand.
Gegenmittel:
Starken schwarzen Kaffee, starken Absud von Eichenrinde oder Essig bzw.
viel Zitronensaft unverdünnt einnehmen.
BILSENKRAUT - Hyoscyamus niger L.
Standort:
Auf Schuttplätzen, an Wegen und an mehr steinigen, lichten Waldrändern,
der Grad der Giftigkeit dieser Pflanze ist sehr vom Standort abhängig, es gibt
Plätze, wo das Einatmen der Ausdünstungen der Pflanze bereits eine Benommenheit
auslöst.
Heil- und Wirkstoffe:
Die sehr giftigen Alkaloide Hyoscamin und Scopolamin in der ganzen
Pflanze.
Vergiftungserscheinungen:
Diese sind sehr verschieden, zumeist Muskelerschlaffung oder Zuckungen,
Erinnerungstörung-en, Störung des Sprechvermögens, tiefer und betäubender
Schlaf, Herzzusammenbruch, Tod.
Gegenmittel:
Bis zum Erscheinen des Arztes sofort Wermut und Kümmel in Wein gesotten.
Kann man diese Mittel nicht sofort bereiten, so reiche man Brech- und
Abführmittel. Nach Wirkung dieser Mittel viel schwarzen Bohnenkaffee trinken.
EIBE - Taxus baccata L.
Standort:
Wegen des kostbaren Holzes wild sehr selten, sonst in Gärten und Parks.
Grad der Giftigkeit vom Standort abhängig, manchmal reichen schon die
Ausdünstungen zum Betäuben.
Heil- und Wirkstoffe:
Die Nadeln enthalten das Alkaloid. Taxin, ein tödliches Herzgift; auch im
ganzen Baum enthalten.
Vergiftungserscheinungen:
Die wichtigsten Merkmale bei Vergiftung sind: Pupillenerweiterung,
Gesichtsblässe, Schwindelanfälle, heftige Kopfschmerzen, unregelmäßige
Herztätigkeit, purpurne Flecken am Körper und Erstickungsanfälle.
Gegenmittel:
Bis zum Erscheinen des Arztes sofort Wermut und Kümmel in Wein gesotten.
Kann man diese Mittel nicht sofort bereiten, so reiche man Brech- und
Abführmittel. Nach Wirkung dieser Mittel viel schwarzen Bohnenkaffee trinken.