Die Wirkung von Haschisch in Speisen


Haschisch galt in den alten Hochkulturen (China, Indien, Mesopotamien und Ägypten) als ein selbstverständlicher Bestandteil fast aller Speisen und Getränke. Es wurde dort verwendet wie bei uns Salz und Pfeffer. In Europa dagegen blieb Haschisch als Gewürz so gut wie unbekannt. Im alten Indien wurde schon frühzeitig die medizinisch-therapeutische Wirkung von Haschisch entdeckt und ausgenutzt. Es wurde in bestimmten Kombinationen als Rezept gegen Magen- und Darmkrankheiten, Schlaflosigkeit und andere nervösen Symptomen verwendet. In kultischen und religiösen Handlungen diente es zur Vermittlung neuer Erkenntnisstufen und Erfahrungsebenen.

Daß Haschisch tatsächlich neue Erfahrungsebenen erschließt haben psychologische Experimente in neuerer Zeit bewiesen. Dabei konnte festgestellt werden, daß es nicht suchtbildend wirkt, wie etwa Nikotin und Alkohol - Sucht im Sinne einer Abhängigkeit des Stoffwechsels - und keinerlei schädlichen Nebeneinflüsse auch in stärkerer Dosierung hat.


Die allgemeine Wirkung von Haschisch in Speisen ist eine Steigerung des Körpergefühls, eine neue Form von Körper- und Bewegungsbewußtsein. Subjektiv stellt sich dieser Zustand als Ausgeglichenheit dar, der Körper und Psyche als selbstverständliche Einheit erscheinen läßt. Die Spontanität der Bewegungen, z. B. im Tanz, wird gesteigert. Vergangenheit und Zukunft erschienen nicht mehr als losgelöste Kategorien. Sie sind in dem Ganzheitserlebnis der intensiv erlebten Gegenwart enthalten.

Spezielle Wirkungsweisen:

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Haschischsorten. Die im nahen Osten angebaut (Türkei, Libanon, Irak) haben zumeist, eine helle, gelblich-grüne Farbe. Ihre Wirkung ist eher leicht und bewirkt und bewirkt häufig körperliche Entspannung ohne die psychischen Prozesse wesentlich zu verändern. Die Sinneseindrücke werden wesentlich intensiver, der Zustand ist mehr extrovertiert - noch stärker ist dies bei Marihuana der Fall. Die aus Afghanistan, Pakistan und Indien stammenden Arten sind dunkelbraun oder dunkelgrün bis schwarz. Sie wirken wesentlich stärker und intensiver auf die psychischen Prozesse. Sie fördern ein assoziatives Denken, das bei körperlicher Ruhe und geschlossenen Augen auf ungewöhnliche Weise Zusammenhänge aufdeckt, die durch unser praktisches, normalgeleitetes Denken kaum erschließbar sind.


Häufig wird dieses Denken durch Bilder illustriert, die ähnlich wie im Traum flüssig ineinander übergehen. Man kann diesen Zustand als meditativ-introvertiert bezeichnen; er spielt in den östlichen Religionen, besonders im Buddhismus eine Rolle.

Die Wirkung nach einem Haschischgericht setzt in der Regel nach einer halben bis einer Stunde ein. Sie dauert ca. zwei bis vier Stunden. Je nach verwendeter Menge. Getränke wirken rascher. Nach etwa zehn bis zwanzig Minuten tritt ein erstes Gefühl der Gelöstheit und Entspannung ein, der Rausch kann bei starken Dosierungen bis zu acht Stunden und länger sein - es hängt viel von dir selber ab. Alle Formen von Haschisch wirken erotisierend, nicht unbedingt aber sexualisierend. Diese Form von Erotik ergibt sich aus der Sensibilisierung und dem verstärkten Zusammenwirken aller Sinne. Sie schafft besonders intensive Kontaktmöglichkeiten mit außersprach-lichen Mitteln wie zum Beispiel: Blicke, Bewegung, Berührung, Klänge und Musik; sprachliche Mittel treten weitgehend zurück, weil sie zu stark durch Prestige und Status - Zusammenhänge aus unserer leistungs- und lustfeindlichen Welt geprägt sind. Musik erscheint als hauptsächliches Kommunikationsmedium, sie wird als subjektiv als erotische Brücke zum anderen und zu sich selbst empfunden.

 


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